Pontificium Consilium Pro Laicis
(Päpstlicher Rat für die Laien)
1130/03/AIC-15a

Dekret zur Anerkennung der FSE/KPE durch den päpstlichen Laienrat

Die „Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe – Fédération du Scoutisme Européen“ entstand im Verlauf eines Treffens von jungen deutschen und französischen Pfadfinderführern am 1. November 1956 in Köln, Deutschland. In der Folge dieses Treffens hat sich eine internationale Pfadfindervereinigung gebildet nach dem Geist einiger Gründer der katholischen Pfadfinderbewegung wie des Paters Jacques Sevin S. J., des Professors Jean Corbisier und des Grafen Mario die Carpegna, die sich bemüht haben, das erzieherische Konzept des Pfadfindertums in den katholischen Bereich zu Beginn des 20. Jahrhunderts einzuführen. Das französische Ehepaar Perig und Lizig Géraud-Keraod verdient eine ganz besondere Erwähnung, denn als Verantwortliche der Union während mehrerer Jahre haben sie dazu beigetragen, ihr einen starken Aufschwung zu geben.

Seit beinahe 50 Jahren entwickelt die Union ein spezifisches pädagogisches Programm, wobei sie das Pfadfindertum als ein Mittel des Apostolats in der Kirche für die menschliche und christliche Bildung der Jugend verstehen, im Rahmen der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit, zu der alle Christen aufgerufen sind (vgl. Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen Gentium, 40). Wie aus ihrer Föderationssatzung ersichtlich wird, „zielt die Union darauf, in einer Glaubens-, Gebets- und Aktionsgemeinschaft die verschiedenen nationalen Verbände der Pfadfinderinnen und Pfadfinder Europas zu vereinigen, deren wesentliches Ziel es ist, junge Leute durch die Praxis des traditionellen Pfadfindertums nach Baden-Powell auf den christlichen Grundlagen, die die Basis unserer gemeinsamen europäischen Zivilisation sind, zu formen.“ (Föderationssatzung 1.2.1).

Das Pfadfindertum, wie es in der Union gelebt wird, basiert auf drei Fundamenten: dem Versprechen, dem Gesetz und den Prinzipien der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (vgl. Föderationssatzung 1.3), die gelebt werden gemäß den Forderungen, die durch Christus in der Bergpredigt ausgedrückt worden sind. Die Bergpredigt beginnt mit den acht Seligpreisungen (vgl. Mt 5,3-10), die wiederum symbolisiert werden durch die acht Spitzen des Malteserkreuzes, des offiziellen Emblems aller Mitgliederverbände der Union.

Als ihre Charta betrachtet die Union die Worte, die seine Heiligkeit, Papst Johannes-Paul II., im Verlauf er Generalaudienz vom 3. August 1994 in der vatikanischen Basilika an die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Europas gerichtet hat, die, aus 15 verschiedenen Nationen kommend, sich versammelt hatten für ihr zweites Eurojam (vgl. Insegnamenti di Giovanni Paolo II, 17/2 [1994], pp. 104-106). Diese Ansprache markiert eine grundlegende Etappe im Leben der Union, da sie die Quelle ihrer Aktionslinie ist.

Die Union nimmt als „Assoziierte“ Verbände auf, die anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften angehören, unter Beachtung der Leitlinien der katholischen Kirche über die Ökumene und der Bestimmungen, die in den religiösen Leitlinien der Union enthalten sind.

Das zweite vatikanische Konzil und das Lehramt in der Zeit nach dem Konzil haben eine ganz besondere Aufmerksamkeit gerichtet auf die Formen der Beteiligung von Vereinigungen am Leben der Kirche und ihnen gegenüber dabei eine tiefe Wertschätzung und eine große Anerkennung gezeigt (vgl. Dekret über das Apostolat der Laien Apostolicam actuositatem Nr. 18, 19 und 21; Johannes-Paul II., Nachsynodales apostolisches Schreiben Christifideles laici, 29).

In eben dieser Linie schreibt Johannes Paul II. an der Schwelle des 3. Jahrtausends, dass „die Verpflichtung, die verschiedenen Wirklichkeiten von Zusammenschlüssen zu fördern. Ob in den traditionelleren Formen oder in den neueren Formen der kirchlichen Bewegungen, jedenfalls hören sie nicht auf, der Kirche eine Lebendigkeit zu verleihen, die Geschenk Gottes ist und einen echten »Frühling des Geistes« darstellt (Apostolisches Schreiben Novo Millennio ineunte, 46).“

Infolge dessen:

In Antwort auf den Antrag, den Herr Attilo Grieco, Präsident der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe – Fédération du Scoutisme Européen, beim päpstlichen Rat für die Laien gestellt hat und in dem er um die internationale kanonische Anerkennung dieser Föderation sowie um die Approbation ihrer Satzung ersucht;

Nach zahlreichen Beratungen und einer vertieften Studie der Satzungstexte;

Unter Berücksichtigung der positiven Stellungnahme der Bischöfe mehrerer europäischer Länder, die die päpstliche Anerkennung der Union wünschen;

Unter der Berücksichtigung des Willens der Union, Beziehungen brüderlicher Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten mit den internationalen katholischen Organisationen, die der Pfadfinderbewegung angehören und vom Heiligen Stuhl anerkannt sind;

In Anbetracht der Artikel 131 – 134 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus über die Römische Kurie, sowie des Canons 312, § 1,1 des Kanonischen Rechts, verfügt der Päpstliche Rat für die Laien folgendes:

1. Die Anerkennung der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe – Fédération du Scoutisme Européen als internationale private Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts mit der Ausstattung einer juristischen Person, gemäß den Canons 298-311 und 321-329 des Kanonischen Rechts.

2. Die Anerkennung ihrer Satzung, die gebührend beglaubigt ist und von der ein Exemplar im Archiv des Dikasteriums hinterlegt ist, für einen Zeitraum von fünf Jahren ad experimentum.

Gegeben im Vatikan, am 25 August 2003, am Fest der Allerseligsten Jungfrau von Jasna Góra.

gezeichnet: Stanislaw Rylko (Sekretär)

gezeichnet: James Francis Card. Stafford (Präsident)